Postmoderne

Schläfrig. Gleichzeitig so nüchtern wie schon lange nicht mehr.

Ich schaue aus dem Fenster. In der Hoffnung etwas wahrzunehmen, das mich aus meiner Nüchternheit befreit.

Die Sonne beginnt zu brennen und wirft ihre Glut auf das Haus, das mir gegenüber steht.
Die Leute wissen nicht, dass sie da nicht mehr heraus kommen. Sie werden ersticken.

Gleichgültigkeit. Der Gedanke, der mich in Ohnmacht versetzt, tritt ein. 20052010-0051

Das Haus fängt an zu brennen. Das Feuer wirft Licht bis in die Unendlichkeit, die ich niemals wahrnehmen werde. Nie in ihrer Vollkommenheit betrachten werde.
Vielleicht nimmt sie jemand wahr.

Es ist zu früh. Die meisten Menschen regen sich noch nicht. Sie träumen von einer Unendlichkeit.
Vielleicht.

Vielleicht träumen sie aber auch gedankenvoll und demütig das Unwiderrufliche.

Die Glut zieht weiter. Nimmt ihren Weg. Wie er vorgegeben ist. Sie verändert ihn nicht.

Eine Frau erscheint am Balkon des brennenden Hauses. Vielleicht springt sie. Vielleicht ist es für sie nicht zu früh.
Sie steht da. Beruhigt. Keine Spur von Demut. In ihrem Blick ein Hauch von Unendlichkeit.
Spott.

Sie drückt ihre Zigarette an der brennenden Wand aus und verschwindet.

Posted: April 8th, 2010
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