Gewissheit
Über die Wirklichkeit anzufangen nachzudenken ist es nicht zu spät.
Meine Kindheit war ein Märchen. Eine Wirklichkeit gab es nicht. Ob es sie jetzt gibt…bitte frag mich nicht.
Ein Blick in die Masse. Genauso abrupt kam es über mich. Der Fall. Die Schwäche. Die Last. Die endliche Freude.
Und ich identifizierte mich. Ja, das tat ich. Zu wem man im Laufe seines Lebens Identitäten bezieht, ist unterschiedlich.
Mein Hubert. Er bleibt der Mann. Der Mann ist ein Prinz, den ich nie geküsst habe. Er ist der Kobold, der einem das Leben retten wird.
Er weiß es nicht. Aber in der letzten Sekunde meines Lebens werde ich an ihn denken. Er ist unwirklich. So wie der Rest meiner Welt.
Aber, zu wem man im Laufe seines Lebens Beziehungen aufbaut ist unterschiedlich. Und so läuft das.
Ich schwanke jeden Tag, jeden Tag, und bitte lies deutlich, jeden Tag zwischen meinem Mädchen-Dasein & dem Dasein der wachsenden Frau in mir.
Nicht nur das. Auf meine Authentizität werde ich bis auf den Rest meines Lebens bestehen.
Hinzu kommt, dass meine Lebensfreude sich auf gewisse Momente, wenige Sekunden bezieht. In diesen Augenblicken kann ich sagen, und wirklich, vom Herzen sagen, dass es mir gut geht.
Als Opposition stehen aufrecht die bedrückenden Erkenntnisse. Sie lassen mich nicht am Leben erfreuen. Auch nicht wirklich sein.
Ja und was bleibt. Es bleibt ungreifbar die Liebe.
Man flutet auf dem Strom der Postmoderne in der Hoffnung auf Sicht. Einer imaginären Freiheit. Die sich jemand ausdachte, der zu viel Zeit und zu viel zu Rauchen hatte.
Wo auch immer er war. Es gab ihn. Ihn und die Guten. Die wahren Guten.
Welcher Wirklichkeit begegne ich, wenn ich Menschen nach Wissenden und Nichtwissenden unterscheide? Wie tief greife ich? Oder durchbohre ich nicht einmal die Oberfläche…